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Zwischentöne

Ein leiser Neustart

Sie sind stärker als Sie denken.

Schon wieder ist ein Jahr wie im Flug vergangen. Wenn ich zurückblicke, war mein altes Jahr aufregend, durchmischt und insgesamt sehr gut. Es gab Momente, in denen ich Pech hatte und fast wie zum Ausgleich auch wieder großes Glück. Wahrscheinlich ist genau dieses Auf und Ab das Leben, das wir annehmen dürfen, ohne es ständig kontrollieren zu wollen. Die letzten Projekte sind gerade noch abgeschlossen, der Schreibtisch wirkt für einen kurzen Moment leerer, und kaum hat man sich gedanklich auf die faule Haut gelegt, klopft der Alltag auch schon wieder an.

Ich habe beim Wachsgießen einen Rochen gedeutet. Der Rochen steht für innere Ruhe, Anpassungsfähigkeit und Intuition. Besonders wichtig ist die verborgene Stärke: "Auch wenn Sie ruhig oder unauffällig wirken, steckt in Ihnen große Kraft, die Ihnen im richtigen Moment hilft, sich souverän durchzusetzen."


Alltag hat ja durchaus etwas Beruhigendes:
bekannte Räume, Routinen, Abläufe, die sich wiederholen und das Leben erleichtern. Und dennoch – Hand aufs Herz – wünscht man sich nicht hin und wieder auszubrechen? Genau hier kommt der Jahreswechsel ins Spiel. Besonders wir Deutschen nutzen diese Zeit gern, um Unschönes zu verabschieden oder Neues auf den Plan zu rufen. Nach ein paar erholsamen Tagen ist die Energie neu gebündelt, die Gedanken sortieren sich fast von selbst. Silvester markiert diesen Übergang: Abschied vom Alten, Begrüßung des Neuen, traditionell mit Lärm, Feuerwerk, Glücksbringern und guten Wünschen. Spätestens ab Mitternacht (manche können es ja kaum erwarten und knallen schon Tage vorher) funkelt und glitzert der Himmel in den buntesten Farben. Fast wie ein kleiner Zauber, ein symbolischer Abwehrzauber gegen alles, was wir nicht mitnehmen wollen. Und währenddessen frage ich mich: Welche Gedanken, Gewohnheiten oder Erwartungen würden Sie eigentlich gern einfach mit einem leisen Puff verabschieden?

Ganz unbeschwert ist dieses Funkeln für mich allerdings nicht mehr. Das viele Geknaller ist für die Tierwelt alles andere als schön. Meine Familie und ich reduzieren unser Feuerwerk deshalb seit Jahren, wobei wir ohnehin nie besonders viel „verballert“ haben (was bei den heutigen Preisen auch ganz gut so ist). Inzwischen beschränkt es sich auf ein paar Brumm-Hummeln, Knatterschlangen, Wunderkerzen und einige leise Fontänen. Weniger Lärm, weniger Gefahr, dafür mehr Achtsamkeit.

Für das neue Jahr wünsche ich mir persönlich etwas mehr Entspanntheit, innere Stärke, Klarheit in offenen Fragen, Abstand zu Menschen, die mir nicht gut tun, mehr Reisen an unbekannte Orte sowie mehr Fitness und innere Ausgeglichenheit. Außerdem habe ich mir fest vorgenommen, endlich das Eisbad zu nutzen – auch wenn mein innerer Schweinehund dabei laut protestieren dürfte. Und vor allem wünsche ich mir, dass wir alle mit Neugier, Mut und einer Portion Gelassenheit in das neue Jahr starten. Leise oder laut, aber bewusst.



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