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Von Kunden und Königen

„Der Kunde ist König“, aber nur im Gleichgewicht. Dieser Artikel zeigt, warum Zusammenarbeit ein Geben und Nehmen ist, wie klare Kommunikation vor People Pleasing schützt und weshalb faire Preise, feste Regeln und gesunde Grenzen entscheidend für langfristigen Erfolg sind.

Warum „Augenhöhe“ bessere Ergebnisse liefert als eine Krone

„Der Kunde ist König.“ Wir alle kennen diesen Satz. Er klingt nach exzellentem Service und maximaler Wertschätzung. Doch wenn wir ehrlich sind, schwingt in diesem Bild auch immer eine ungesunde Hierarchie mit: Der König befiehlt, der Diener führt aus.

In meiner Arbeit als Designerin habe ich gelernt: Wer wie ein Untertan behandelt wird, kann keine meisterhaften Ergebnisse liefern. Warum die „Krone“ deinem Projekt sogar schaden kann und warum ich lieber mit Partnern als mit Monarchen arbeite, erfährst du hier.

Zwischen Service und Selbstaufgabe

Gerade am Anfang meiner Karriere habe ich oft gedacht, ich müsse alles möglich machen. Preise gedrückt? „Okay.“ Noch eine Korrekturschleife? „Klar.“ Schnell noch am Wochenende? „Mach ich.“ Heute weiß ich: Service darf keine Selbstaufgabe sein. Nicht immer hat der/die Kunde/in recht und das darf man auch offen, ehrlich und freundlich kommunizieren.
Und nein, nicht jeder Wunsch muss umgesetzt werden. Ich habe in der Vergangenheit auch schon Aufträge abgelehnt. Und das war im Nachhinein immer die richtige Entscheidung.

People Pleasing: der stille Energieräuber

Ein Thema, das viele kennen, oft auch unbewusst: People Pleasing. Also es allen recht machen zu wollen. Klingt erstmal nett, ist aber auf Dauer ein echter Energieräuber, wirtschaftlich ungesund und selten zielführend. Denn: Wer ständig „Ja“ sagt, obwohl er „Nein“ meint, sorgt für Unklarheit auf beiden Seiten.
Gute Kommunikation schafft Klarheit. Und manchmal ist ein respektvolles Nein die bessere Lösung als ein halbherziges Ja.

Wertschätzung zeigt sich auch im Preis

Ich gebe es offen zu, ich habe mich früher oft im Preis drücken lassen. Heute sehe ich das anders, denn ich kenne meinen Wert. Ich habe laufende Kosten und ich trage Verantwortung, auch für meine Familie.

Mitleid oder kurzfristige Zahlungsengpässe sind keine Grundlage für dauerhafte Preisverhandlungen. Auch Vergleichsangebote mit dem Ziel, „noch etwas rauszuholen“, sehe ich kritisch. Denn entweder ein/e Kunde/in möchte mit mir arbeiten oder eben nicht. Meine Erfahrung zeigt: Wer einmal anfängt, Preise zu drücken, wird es immer wieder tun. Und genau daraus entstehen selten langfristig gute und entspannte Kundenbeziehungen.

Erreichbarkeit ist kein Dauerzustand

Früher lag mein Handy gefühlt rund um die Uhr griffbereit. Heute gibt es klare Pausen. Und die sind nicht verhandelbar. Das heißt nicht, dass ich nicht flexibel bin oder auch mal kurzfristig einspringe. Aber es ist eben die Ausnahme, nicht die Regel. Denn 24/7 erreichbar zu sein, ist weder gesund, noch nachhaltig, noch notwendig für gute Arbeit

Korrekturen ja, Endlosschleifen nein

Ein Klassiker: „Können wir noch eine kleine Änderung machen?“ Und noch eine. Und noch eine.

Unbezahltes Arbeiten oder die 15. kostenlose Korrekturschleife? Mache ich nicht mehr. Die Lösung ist eigentlich ganz einfach: Klare Vereinbarungen von Anfang an.

Ich kommuniziere bereits im Angebot:

  • wie viele Korrekturrunden enthalten sind

  • was zusätzliche Anpassungen kosten

Und genau dieses Angebot wird vor Beginn bestätigt.


MERKE!

  • Transparenz bei Stundenumfang, Lieferzeiten, Arbeitszeiten und Preisen
  • Klare und offene Kommunikation von Anfang an
  • Angebote und Nachkalkulationen vor Projektstart schriftlich festhalten

Zusammenarbeit auf Augenhöhe: Kunde/in ist König/in? Vielleicht. Aber ich sehe es heute eher so: Gute Zusammenarbeit funktioniert auf Augenhöhe. Mit Respekt, Klarheit und gegenseitigem Verständnis. Und manchmal eben auch mit einem freundlichen, aber bestimmten Nein. Denn am Ende profitieren beide Seiten davon, fachlich, menschlich und langfristig.



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