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Storytelling

Geschichten, die Design lebendig machen

Warum bleiben manche Kampagnen im Kopf und andere verschwinden, kaum dass wir sie gesehen haben? Es liegt selten an der Lautstärke. Und noch seltener an der Menge der Fakten. Was wirklich wirkt, sind Geschichten. Auf meinem Blog möchte ich deshalb heute über Storytelling im Design sprechen. Darüber, warum emotionale Geschichten oft kraftvoller sind als rein faktenbasierte Werbung. Und warum es sich lohnt, nicht nur Produkte zu zeigen sondern Erlebnisse. Denn Geschichten verbinden Produkte mit Emotionen. Sie fördern die Identifikation mit den Figuren. Und sie steigern die Erinnerung an das Erzählte. Und genau diese Erinnerung ist der Anfang von Vertrauen. Vertrauen wiederum ist die Basis für Kundenbindung.


GESCHICHTEN

ERLEBNISSE

EMOTIONEN

VERBINDUNGEN

IDENTIFIKATION

ERINNERUNG

VERTRAUEN

KUNDENBINDUNG

Emotion statt Informationsflut

Natürlich sind Fakten wichtig. Qualität, Material, Preis, all das gehört dazu. Doch Fakten allein berühren uns nicht. Wir erinnern uns nicht an Produktmerkmale. Wir erinnern uns an Situationen. An Gefühle. An Bilder. Storytelling bedeutet, Inhalte so zu gestalten, dass sie nicht nur verstanden, sondern erlebt werden. Es geht um das „Warum“ hinter einem Produkt. Um eine erkennbare Entwicklung. Um Emotionen, die ehrlich sind. Design spielt dabei eine zentrale Rolle. Farben, Formen, Typografie und Bildwelt sind nicht Dekoration, sie sind die visuelle Bühne der Geschichte. Sie entscheiden, ob sich etwas kühl und distanziert anfühlt oder nahbar und vertraut.

Ein einfaches Beispiel aus dem Marketing

Stellen wir uns eine Brainstormingrunde vor. Es geht um die Vermarktung eines Haarkamms. Ein sachlicher Ansatz wäre schnell formuliert: ergonomische Form, hochwertiges Material, langlebig, handlich, auch für To-Go nutzbar. Alles korrekt. Alles austauschbar. Was passiert jedoch, wenn wir bewusst den Hut der Kundin aufsetzen? Nehmen wir an, unsere Zielperson ist weiblich, 41 Jahre jung, angestellt. Nennen wir sie Susann Müller. Frau Müller steht morgens vor dem Spiegel. Sie richtet ihr Haar, bevor sie ins Büro geht. Der Kamm ist Teil ihres Rituals. Ein kurzer Moment nur für sich, bevor der Tag beginnt. In ihrer großen Handtasche liegt im kleinen Nebenfach fast neben dem Portemonaie ein kleiner Kamm. Vor einem wichtigen Meeting verschwindet sie noch einmal kurz auf die Toilette, atmet durch und bringt ihre Haare in Form. Ein kleiner Akt der Selbstvergewisserung. Abends, vor dem Schlafengehen, kämmt sie ihre krausen Haare erneut im Badezimmer. Nicht zwingend notwendig, aber es ist ein vertrautes Ritual. Genau wie früher bei ihrer Großmutter. Plötzlich ist der Kamm kein Gegenstand mehr. Er ist Teil ihres Alltags. Teil ihrer Identität. Teil einer Geschichte. Und dann sitzt da vielleicht Thomas in der Runde. Er nutzt so gut wie nie einen Kamm. Sein Mann ebenfalls nicht. Bis eben konnte er sich kaum vorstellen, warum man außer morgens nach dem Duschen überhaupt einen braucht. Erst als er sich bewusst in Frau Müller hineinversetzt, entstehen Blickwinkel, die vorher nicht im Raum waren.

Genau das leistet Storytelling.

Indem wir uns explizit in die Perspektive unserer Kund:innen hineinbegeben, entstehen nahezu immer neue Facetten. Bedürfnisse, Rituale, Emotionen – Dinge, die wir aus unserer eigenen Lebensrealität heraus nicht sehen würden.

Warum das für Design entscheidend ist

Wenn wir Produkte nur beschreiben, verkaufen wir Eigenschaften. Wenn wir Geschichten erzählen, schaffen wir Bedeutung. Und Bedeutung bleibt. Eine Kampagne, die berührt, wird erinnert. Eine Marke, die verstanden wird, wird vertraut. Und Vertrauen ist die Grundlage langfristiger Kundenbeziehungen.

Welche Kampagne ist Ihnen zuletzt wirklich im Kopf geblieben? Und war es das Produkt oder die Geschichte dahinter? Genau hier beginnt meine Arbeit: das „Warum“ sichtbar zu machen und daraus eine visuelle Sprache zu entwickeln, die nicht nur informiert, sondern verbindet.

Denn Design darf nicht nur gut aussehen. Es muss etwas erzählen.



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